15 Tipps für Reisen mit kleinen Kindern
„Werden wir je wieder Reisen können wie früher?“
~Helena und Niko
15 Tipps für Reisen mit kleinen Kindern
Seit wir zu dritt mit unserer Tochter unterwegs sind, hat sich das Reisen für uns komplett verändert. Was früher spontan, leicht und oft auch ein bisschen chaotisch war, braucht heute deutlich mehr Planung, Organisation und vor allem Flexibilität. Plötzlich spielen ganz andere Dinge eine Rolle: Schlafzeiten, Snacks, Pausen, Sicherheit – und natürlich die Frage, was wir alles einpacken müssen, damit unterwegs möglichst alles reibungslos läuft.
Gerade am Anfang fühlte es sich oft so an, als müssten wir an hundert zusätzliche Dinge denken. Haben wir genug Wechselkleidung dabei? Was machen wir, wenn sie unterwegs müde wird? Gibt es vor Ort alles, was wir brauchen? Schnell verliert man dabei den Überblick und fragt sich, ob Reisen mit kleinen Kindern überhaupt noch entspannt möglich ist.
Die gute Nachricht: Ja, absolut. Es ist nur anders. Und oft sogar intensiver, entschleunigter und auf eine ganz besondere Art schöner. Mit der Zeit haben wir gelernt, was für uns wirklich wichtig ist, worauf wir verzichten können und wie wir unsere Reisen so gestalten, dass sie für uns alle funktionieren – ohne Stress und mit ganz vielen schönen Momenten.
Mit diesen Tipps für Reisen mit kleinen Kindern möchten wir unsere Erfahrungen mit euch teilen. Vielleicht helfen sie euch dabei, eure nächste Reise entspannter zu planen und vor allem: sie auch wirklich zu genießen.

1. Frühzeitig Pässe beantragen
Einer der wichtigsten Schritte bei der Planung einer internationalen Reise mit kleinen Kindern ist die frühzeitige Beantragung der Pässe. Stelle sicher, dass beide Elternteile anwesend sind oder das eine Bevollmächtigung vorhanden ist.
Beginne frühzeitig mit dem Sammeln aller erforderlichen Dokumente, um Verzögerungen zu vermeiden. Ein gültiger Reisepass ist unerlässlich, um stressfrei reisen zu können. Informiere dich auch über Besonderheiten verschiedener Reiseziele. So akzeptieren die USA zum Beispiel keinen Kinderreisepass (ab 01.2024 sind diese abgeschafft) bei der Einreise.
2. Für Notfälle gewappnet sein
Die Gefahren für Kinder sind im Urlaub meist nicht größer als daheim. Aber zu Hause weißt du einfach besser Bescheid, zum Beispiel wie du deinen Arzt erreichst, wie die Notfallnummer lautet und wo sich das nächste Krankenhaus befindet. Speichere deshalb die Notfallnummer für dein Urlaubsland im Handy ab und erkundige dich am besten schon vor deinem Urlaub mit Kindern nach deutschsprachigen Ärzten und einem Krankenhaus vor Ort.
3. Eine ausgewogene Reiseroute planen
Bei der Planung deiner Reiseroute solltest du eine Mischung aus Städten und entspannteren Orten wählen. Große Städte bieten viele Parks, Museen und eine breite Auswahl an Speisen, können aber auch anstrengend sein. Wechsle zwischen hektischen und ruhigen Orten, um Überlastung zu vermeiden. Ein Beispiel wäre, nach ein paar Tagen in Paris einige Tage an der Küste bei Le Havre zu verbringen. Dies hilft, die Energie der Kinder zu regulieren und die Reise angenehmer zu gestalten.
4. Reisezeiten sorgfältig wählen
Vermeide es, in den überfüllten Sommermonaten Juli und August in Europa zu reisen. Diese Zeiten sind nicht nur teurer, sondern auch heiß und überfüllt, was besonders mit kleinen Kindern schwierig sein kann. Besser geeignet sind die Monate Mai oder September, wenn das Wetter noch gut ist, aber die Menschenmengen geringer sind.
Auch Herbst und Winter können wunderbare Reisezeiten sein, zum Beispiel für eine Tour durch das Elbsandsteingebirge im Oktober oder ein Besuch verschiedener Weihnachtsmärkte in Frankreich im Dezember.
5. Reisetage minimieren
Versuche, die Anzahl der Reisetage zu minimieren, an denen du packen, umziehen und dich in einem neuen Ort einrichten musst. Diese Tage sind besonders anstrengend für kleine Kinder. Wenn du nur wenige Tage zur Verfügung hast, wähle weniger Reiseziele, um unnötigen Stress zu vermeiden. Bei längeren Reisen kannst du mehr Ortswechsel einplanen, aber versuche, mindestens vier Nächte an einem Ort zu bleiben, um dich besser an die neue Umgebung anzupassen.


6. Flexibilität durch Mietwagen
Ein Mietwagen bietet dir die Flexibilität, deinen eigenen Zeitplan zu gestalten und Stress zu vermeiden. Du musst dich nicht um Zugfahrpläne oder das Tragen von Gepäck kümmern. Wenn du einen Mietwagen in Betracht ziehst, plane eine Route, die vollständig mit dem Auto befahrbar ist. Dies kann teurer sein, wenn du das Auto an einem anderen Ort abgibst, aber es kann sich lohnen, wenn man die Kosten für Taxis, Züge und Flugtickets berücksichtigt.
7. Jetlag bewältigen
Plane, die ersten zwei bis drei Nächte an einem Ort zu verbringen, um den Jetlag zu bewältigen. Dies gibt dir und deinen Kindern Zeit, sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen, ohne den zusätzlichen Stress des Umziehens. Nutze diese Zeit, um dich langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen und flexibel zu sein, falls deine Reisepläne durcheinander geraten. Ein langsamer Start kann den Unterschied ausmachen und die gesamte Reise angenehmer gestalten.
8. Nachtflüge bevorzugen
Gerade bei Langstreckenflügen kann ein gut gewählter Flugzeitpunkt einen riesigen Unterschied machen. Wenn es irgendwie möglich ist, buchen wir bevorzugt Nachtflüge. Der größte Vorteil: Kinder können einen großen Teil der Flugzeit einfach verschlafen – und für alle fühlt sich die Reise dadurch deutlich kürzer und entspannter an.
Natürlich klappt das Schlafen im Flugzeug nicht immer perfekt, aber die Chancen stehen deutlich besser als bei einem Flug tagsüber. Besonders hilfreich ist es, den Tag vor dem Abflug aktiv zu gestalten. Viel Bewegung, frische Luft und möglichst wenig Mittagsschlaf sorgen dafür, dass die Kleinen abends wirklich müde sind und schneller zur Ruhe kommen.
Im Flugzeug selbst versuchen wir, eine möglichst vertraute Schlafumgebung zu schaffen.Das Lieblingskuscheltier, ein kleines Kissen oder die gewohnte Schlafroutine (z. B. eine Geschichte oder leise Musik) helfen vielen Kindern, trotz ungewohnter Umgebung einzuschlafen.

9. Zwischenstopps richtig wählen
Vermeide Flüge mit zu kurzen Zwischenstopps, da diese oft stressig und hektisch sind. Plane längere Zwischenstopps ein, um genügend Zeit für die Sicherheitskontrollen und den Terminalwechsel zu haben. Informiere dich im Voraus über Spielbereiche oder Lounges in den Flughäfen, um die Wartezeit angenehmer zu gestalten. Eine gut geplante Zwischenlandung kann den Stress reduzieren und die Reise für alle angenehmer machen.
10. Unterkunft mit separaten Schlafbereichen
Buche Unterkünfte mit separaten Schlafbereichen für deine Kinder. Dies ermöglicht es dir, die Kinder früh ins Bett zu bringen und trotzdem Zeit für dich selbst zu haben. Apartments mit Küchen sind ideal, da du Mahlzeiten zubereiten und Snacks aufbewahren kannst.
Dies spart Geld und stellt sicher, dass deine Kinder immer etwas zu essen haben, wenn sie hungrig sind. Eine gut gewählte Unterkunft kann den Unterschied zwischen einer stressigen und einer entspannten Reise ausmachen.
11. Kinder auf die Reise vorbereiten
Bereite deine Kinder auf die Reise vor, indem du ihnen Bücher und Karten über die Reiseziele zeigst. Sprich oft über die bevorstehende Reise und baue Vorfreude auf. Einfache Aktivitäten wie eine Schnitzeljagd oder ein Reisetagebuch können die Kinder beschäftigen und ihnen helfen, sich auf die Reise zu freuen. Eine gut vorbereitete Reise kann die Anpassung erleichtern und die Reise für alle angenehmer machen.
12. Versuche Gewohnheiten beizubehalten
Versuche, die täglichen Gewohnheiten deiner Kinder so weit wie möglich beizubehalten. Bringe ihre Lieblingskuscheltiere, Decken und Pyjamas mit, um ihnen ein Gefühl von Zuhause zu geben. Halte an den üblichen Schlafenszeiten und Routinen fest, um den Übergang in die neue Umgebung zu erleichtern. Eine vertraute Umgebung kann den Kindern helfen, sich schneller anzupassen und die Reise angenehmer zu gestalten.

13. Unterhaltung für unterwegs
Egal ob Flug, Autofahrt oder Zugreise – Langeweile kann schnell zur Herausforderung werden. Eine kleine Auswahl an Spielsachen, Bücher oder Hörspiele kann hier Wunder wirken.
Ein Trick, der bei uns gut funktioniert: ein paar neue, kleine Überraschungen einpacken. Die sorgen unterwegs für extra Begeisterung.
Sei auch etwas flexibel mit der Bildschirmzeit z.B. amTablet während der Reise, um dir selbst eine Pause zu gönnen. Plane die Bildschirmzeit im Voraus und kommuniziere klar mit deinen Kindern, wann sie ihre Geräte nutzen dürfen. Eine gut geplante Nutzung der Bildschirmzeit kann den Stress reduzieren und die Reise angenehmer machen.
14. Snacks
Snacks sind auf Reisen mit kleinen Kindern oft echte Lebensretter. Sie helfen nicht nur gegen Hunger, sondern sind auch eine wunderbare Ablenkung in genau den Momenten, in denen die Stimmung kippt. Gerade im Flugzeug, im Zug oder auf langen Autofahrten können ein paar gut gewählte Snacks den entscheidenden Unterschied machen.
Dabei geht es nicht nur darum, „irgendetwas“ dabeizuhaben, sondern möglichst clever zu packen. Am besten eignen sich Snacks, die nicht kleckern, nicht stark krümeln und sich gut portionieren lassen. Klassiker wie geschnittenes Obst, Quetschies, Reiswaffeln, Cracker oder kleine Sandwiches funktionieren bei uns fast immer. Auch ein paar „besondere“ Snacks, die es sonst nicht ständig gibt, sorgen unterwegs für extra Motivation.
15. Erwartungen anpassen
Der vielleicht wichtigste Punkt. Einer der größten Lernprozesse beim Reisen mit kleinen Kindern ist, die eigenen Erwartungen neu zu justieren. Früher bedeutete Reisen für uns oft, möglichst viel zu sehen, neue Orte zu entdecken und jede Minute optimal zu nutzen. Mit Kind funktioniert dieses „Abarbeiten“ von Highlights einfach nicht mehr – und ehrlich gesagt: Es fühlt sich auch gar nicht mehr richtig an.
Kinder haben ihr eigenes Tempo, ihre eigenen Bedürfnisse und vor allem ihre ganz eigene Art, eine Reise zu erleben. Während wir vielleicht den nächsten Aussichtspunkt im Kopf haben, ist für sie der Spielplatz um die Ecke oder ein spannender Käfer am Wegesrand das eigentliche Highlight des Tages.
Ein hilfreicher Gedanke für uns ist: Es muss nicht alles perfekt sein, damit es schön ist. Reisen mit kleinen Kindern bedeutet nicht Verzicht, sondern Veränderung. Und wenn man sich darauf einlässt, entdeckt man das Reisen noch einmal ganz neu – langsamer, intensiver und oft viel bewusster.
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